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Very random thoughts on a Wednesday (night)

It’s summer in Berlin! And Berlin during summer is just awesome! <3

The previous winter was a very intense time for me. Mostly of course because of my new job. – Meeting new people, answering new questions and starting new routines often made my head swirl, I had to constantly regain my focus and was “distracted” from a lot of other things. But I have the feeling that I’m gaining back a lot of the control again and have even made some plans for a few side projects…

And I’ve been reading a book with the correspondence and love letters between Paul Celan and Ingeborg Bachmann. Reading intimate love letters while sitting in a Berlin UBahn is a weird thing. My mind is in this very private, sensitive and fuzzy and cosy place, while my ass is sitting on a warm spot from somebody else’s ass, my nose is inhaling millions of different smells and my ears are hearing Justin Bieber from my neighbour’s earpods…

My current favorite podcast: Methodisch Inkorrekt! It has been my go-to podcast for almost a year now, but I just can’t get enough of those two physicists, who talk about topics from the science world and about various others things. – They. Are. Hilarious!

Oh… and favourite song this week: TILTED by Christine and the Queens (the french version is actually better, but I like the dancing part in this version, because it’s not too polished):

Eine 3 1/2 Millionen Großstadt ohne Nahverkehr?

Eine seltsame Stimmung hängt in der Berliner Luft, die nicht unbedingt nur von dem Feinstaub herührt, der in den letzten Tagen durch den erhöhten Auto-Verkehr entstanden ist. Viel mehr sind es die vielen Fußgängern, die alle etwas verloren dreinblicken, als wüssten sie nicht so recht wo ihr Ziel liegt. Dabei wissen die meisten nur nicht, wie sie dort hingelangen sollen. Man kann förmlich die eine Frage hören, die sie undendlich quält: Warte ich auf einen der zufällig fahrenden Ersatzbus oder gehe ich doch lieber zu Fuß? Die Qual besteht hauptsächlich darin, dass man insgeheim schon weiß, keine Entscheidung wird die richtige sein. So ist am Ende niemand mit sich zufrieden. Jeder glaubt, der andere hat es gerade viel besser. Und alle frieren.

Doch auf der anderen Seite… Die Solidarität war lange nicht mehr so groß in der Hauptstadt. Oft kann man am Straßenrand den Daumen ausstrecken und wird von einem Autofahrer ein Stückchen mitgenommen. Unbekannte bilden über das Internet oder kleine Anzeigen, die sie an Bushaltestellen befestigen, Fahrgemeinschaften. Kleinere Firmen sind den Zuspätkommern gegenüber äußerst kulant. Größere Firmen mieten Reisebusse, um ihre Mitarbeiter zur Arbeit und nach Hause zu bringen. Man lernt neue Kollegen kennen oder erfährt, dass der Schreibtischnachbar in der gleiche Straße wohnt. Menschen, die frierend an Buchhaltestellen warten, unterhalten sich über die herrschende Situation, tauschen Gerüchte aus über die Länge des Streiks, den Fortschritt der Verhandlung. Man sieht sie miteinander scherzen, wie sie sich gegenseitig Tipps geben und plötzlich wird das Warten nur noch halb so schlimm.

Es ist erstaunlich, wie wenig es manchmal benötig, um die Anonymität in solch einer großen Stadt wie Berlin für einige Momente aufzuheben und die Menschen wieder etwas näher aneinander zu bringen. In einigen Tagen wird der Streik wieder vorbei sein und alles wieder zur “Normalität” zurückkehren. Ich habe sogar den leisen Verdacht, dass die Zeit, die sich jetzt in einer Art Slow Motion befindet, dann doppelt so schnell ablaufen wird, um den Takt aufzuholen, nach dem eine Großstadt nun einmal pulsiert. Dann wird Berlin wieder die Stadt sein, die ich so mag – schnell und voller neuen, verrückten Sorgen. Doch ich kann nicht leugnen, dass es auch entspannend war, nirgends pünklich sein zu müssen, weil man die Schuld immer auf den Streik schieben konnte, sich für nichts anderes mehr auf der Welt zu interessieren als die Frage Wann komme ich wie wohin?, und ab und zu mal mit einer Oma über ihren Hund zu unterhalten, dem das lange Warten in der Kälte so gar nicht bekommt.