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Angry Bird! Grrrrrr!

Es ist ein Geburtstagsgeschenk für einen Freund.

Kleiderkreisel lässt Kleider kreiseln …

Ich bin vor einiger Zeit zufällig auf die Seite kleiderkreisel.de (KK) gestoßen und bin seitdem zu einer waschechten “Kreisin” geworden. Das Ganze ist kostenlos, die Seite finanziert sich wohl über Werbebanner. Man stellt Bilder und Beschreibungen von “Kleidung, Accessoires und Selbstgemachtes” hinein, die man loswerden möchte. Wer Interesse hat kann Fragen über die Kommentar- oder die integrierte Benachrichtigungsfunktion stellen. “Verkauft, getauscht oder verschenkt” wird ebenfalls darüber. Den Preis kann man selbst festlegen und im Nachhinein auch noch ändern. Im Gegensatz zu eBay ist man also nicht dem Gefahr ausgeliefert nur 1EU für seine Sachen zu bekommen.

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Das Konzept hinter KK soll gegen Verschwendung und für “sinnvollen sozialen Konsum” sein, was auch immer Letzteres bedeuten mag… Mich erinnern die vielen, zum Teil wirklich abgenutzten und schlecht präsentierten Kleidungsstücken von H&M, Orsay, Kik usw. eher daran, wie konsumwütig und zum Teil geschmacklos unsere Gesellschaft ist. Oft sind es auch noch sehr junge Mädchen, die nicht sehr viel Geld haben und deswegen recht billige Sachen anbieten und auch nur sehr günstige Sachen kaufen wollen. Nichtsdestotrotz findet man einpaar Perlen unter den vielen Angeboten – alte Broschen, Vintage Handtaschen, phantasievoll Selbstgemachtes. Einige Kreisinnen geben sich auch besonders viel Mühe bei der Präsentation ihrer Sachen und es macht allein schon deswegen Spaß sich die tollen Fotos anzuschauen.

Nach einigen Ein- und Verkäufen kann ich auch behaupten, dass die Kontakte alle sehr nett, ja fast süß sind. Das Handeln lief bis jetzt ebenfalls problemlos über den (virtuellen) Tisch. Ein wenig zur Sicherheit trägt sicherlich auch die Bewertungsfunktion bei, die von der Seite angeboten wird. Aber da die Registrierung lediglich über die Bestätigung der Mailadresse läuft, kann man sich natürlich jeder Zeit eine neue Identität zulegen und damit schlechten Bewertungen entkommen.

 

Mich hat es auf jeden Fall einpaar Tage lang beschäftigt meinen Schrank auszuräumen, bei jedem Stück den praktischen und emotionalen Wert abzuschätzen, vernünftige Fotos davon zu machen und das Ganze ins Netz zu stellen. In einigen Teilen habe ich währenddessen wieder neu verliebt, in neuen Kombinationen wiederentdeckt und beschlossen sie noch etwas länger zu behalten. Rechts ist ein Screenshot von meinen Artikeln (<- und der Link dahin, falls jemand Interesse hat in meinem virtuellen Kleiderschrank zu stöbern).

Die selbst gemachten Sachen scheinen sich generell nicht ganz so gut zu verkaufen, die meisten Kreisinnen sind doch eher auf Schnäppchenjagd. Vielleicht ist Dawanda eine passendere Plattform dafür, obwohl ich die Sachen auf Dawanda oft für überteuert halte und die Übersichtlichkeit der Seite lässt auch zu wünschen übrig. Das Stöbern auf KK hat mich bis jetzt noch nicht Verzweiflung gebracht. Die Kategorisierung und die Suche über die Konfektionsgröße erleichtert das Ganz ebenfalls. Eine Schnellübersicht mit einem Schlüsselfoto und außerdem Kurztitel, Größe und Preis, die bei “Mouse-Over” gezeigt werden, lässt zu, dass man schnell entscheiden kann, ob etwas interessant ist oder gleich ignoriert wird. Wünschenswert für mich wären auf jeden Fall Suchoptionen über die Farbe und das Material.

Die Forumsfunktion von KK habe ich noch nie benutzt (ich lese manchmal durch, was da so diskutiert wird), aber die Themen bestätigen meinen Eindruck, dass es oft sehr junge Mädchen sind, die sich auf der Seite aufhalten. Es werden viele Fragen in Beziehungssachen diskutiert, über die aktuellsten Trends und Gossip geredet oder für die eigene Artikel geworben. Die Antworten sind oft recht naiv oder sogar aggressiv, aber da ich mein Interesse an Internetforen schon seit Jahren hinter mich gelassen habe, nutze ich auch das KK-Forum nicht und kann auch nicht mehr darüber schreiben.

Ich bin gespannt, wie sich KK weiterentwickelt. Viele aus meiner Umgebung haben noch nie etwas von der Seite gehört, obwohl die Mode in Berlin eines der Hauptthemen ist. Vielleicht ist KK auch für die Berliner deswegen nicht ganz so interessant, weil es hier so viele, tolle Flohmärkte gibt. Meine Sachen, die bis Juli nicht bei KK verkauft werden, kommen auch bald an einem Sonntag in den Mauerpark. Bis dahin – fröhliches Kreiseln!

Meine kleine, grüne Umhängetasche

Die habe ich vor ca. einem halben Jahr genäht, die nächste Tasche ist schon in Arbeit und ich muss endlich mal mit meiner Nähmaschine klarkommen, damit ich nicht alles mit der Hand nähen muss…